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NEUER BERICHT: YouTube bewirbt Klimawandel leugnende Inhalte für Millionen von Nutzer/innen

**Samsung, L'Oreal, Ecosia, Greenpeace, der WWF und viele weitere globale Organisationen werben unwissentlich auf Youtube-Videos, die Fehlinformationen zum Klimawandel enthalten -- und rufen YouTube auf, sofort zu handeln**.

New-York (14. Januar 2019) --— Ein Bericht von Avaaz deckt auf, dass Youtube millionen Nutzer weltweit durch seinen Empfehlungs-Algorithmus zu klimaleugnenden Videos lenkt und dabei Werbung von nachhaltigen und bekannten Marken zeigt. Samsung, L’Oreal, Danone sowie eine Reihe von Umweltorganisationen wie Greenpeace und Friends of the Earth haben YouTube aufgefordert, die Verbreitung dieser gefährlichen Desinformationen zum Klimawandel zu stoppen.

Avaaz hat die YouTube-Videos untersucht, die bei der Suche nach “globaler Erwärmung”, “Klimawandel” oder “Klimamanipulation” empfohlen werden. Speziell die Vorschläge für Nutzer/innen im “Up Next” Feature und direkt unter dem Video in der mobilen App, sowie auf der rechten Seite des Bildschirms auf dem Desktop. Diese von Youtube herausgehobenen Vorschläge sorgen für die große Mehrheit der Aufrufe auf YouTube.  

Laut dem Bericht von Avaaz haben 16 Prozent  der 100 am häufigsten empfohlenen Videos zum Suchbegriff "globale Erwärmung" Desinformationen enthalten. Dabei haben die Top 10 Videos durchschnittlich über eine Million Aufrufe pro Video. Für “Klimawandel” liegt die Zahl der Fehlinformationen bei 8% und steigt bei “Klimamanipulation” auf 21%.  Laut der Untersuchung ist dies nur die Spitze des Eisbergs, da der Empfehlungsalgorithmus von YouTube für etwa 70 Prozent der Zeit verantwortlich ist, die Nutzer/innen insgesamt auf der Plattform verbringen.

Der Bericht ergab auch, dass mehr als einhundert Marken Werbung auf YouTube schalten, die vor oder mit Videos, die Fehlinformationen zum Klima beinhalten, gezeigt wird. Bis heute haben Samsung, L'Oreal, Decathlon, Carrefour, WWF, Greenpeace, Nikin, Ecosia und Save the Children Avaaz bestätigt, dass sie nicht wussten, dass ihre Anzeigen zu diesen Videos geschaltet werden. Sie alle haben YouTube aufgefordert, sofort aktiv zu werden. So wie das YouTube-Werbemodell funktioniert, fließt ein Teil des Geldes dieser Marken direkt in die Taschen der Urheber/innen dieser Inhalte: 55 Prozent der Werbeeinnahmen gehen an den Videoproduzenten und die anderen 45 Prozent an YouTube. 

Julie Deruy, Senior Campaigner bei Avaaz: "YouTube is der größte Fernsehkanal der Welt und empfiehlt Falschinformationen zum Klima an Millionen Menschen, während unser Planet brennt. Hier geht es nicht um Redefreiheit, sondern um Gratiswerbung von YouTube für sachlich falsche Videos, die Bürger über eine der größten Krisen unserer Zeit verwirren. YouTube sollte Fehlinformationen nicht vorschlagen, empfehlen, präsentieren, bewerben oder seinen Nutzern vorstellen.” 

Die Videos, die im Rahmen dieses Berichts untersucht wurden, decken ein breites Spektrum an Desinformation ab. Darunter sind Videos mit dem Titel "TATSÄCHLICHE WISSENSCHAFTLER: Der Klimawandel ist ein Schwindel" und "CIA Whistleblower spricht über Klima Engineering, Impfgefahren und 9/11". Desweiteren behaupten Videos, dass es keinen Beweis dafür gibt, dass CO2-Emissionen der bestimmende Faktor des Klimawandels sind. Die Reichweite dieser Videos steigt immer noch, und seit der Untersuchung von Avaaz haben einige von ihnen Hunderttausende Aufrufe verbucht.

Nach Rücksprache mit Branchenexperten, Inserenten und Gesetzgebern auf der ganzen Welt, empfiehlt Avaaz YouTube: 

  • YouTube-Algorithmus entgiften - Das Unternehmen muss seine Gratiswerbung stoppen für Videos, die Fehlinformationen und Desinformation beinhalten. Solche Videos sollen aus dem Empfehlungsalgorithmus entfernt werden -- unmittelbar angefangen bei Videos, die Fehlinformationen zum Thema Klima beinhalten. 
  • Einnahmen durch Desinformation sollen verhindert werden - Desinformationen und Fehlinformationen müssen zu den relevanten Monetarisierungs-Richtlinien von YouTube hinzugefügt werden, um sicherzustellen, dass für diese Inhalte keine Werbung angezeigt wird. 
  • Richtigstellungen veröffentlichten - Mit unabhängigen Faktenprüfern zusammenarbeiten, um Nutzer/innen zu informieren, wenn sie nachweislich falschen oder irreführenden Informationen ausgesetzt waren. Und veröffentlichen Sie Richtigstellungen zu diesen Videos.

Avaaz fordert alle Marken, die auf YouTube werben, auf, ethische Anforderungen an die Anzeigenschaltung für Plattformen zu stellen: Algorithmen sollen entgiftet werden, das Profitmachen mit Desinformation soll verhindert werden und für Falschnachrichten sollen Richtigstellungen veröffentlicht werden. Avaaz lobt diejenigen Marken, die diese kritische Arbeit bereits begonnen haben. 

YouTube hat bereits früher begrüßenswerte Schritte unternommen, um seine Nutzer/innen vor Impfgegnern und Verschwörungstheorien zu schützen -- ist aber nicht mit gleicher Kraft gegen breitere Fehlinformation und Desinformation, inklusive Klimafehlinformationen, vorgegangen.

Julie Deruy, Senior Campaigner bei Avaaz, sagt: "Fehlinformationen zum Klima gefährden die Gesundheit und Sicherheit unserer Gesellschaft und unseres ganzen Planeten. YouTube hat begrüßenswerte Schritte gegen Fehlinformationen unternommen, aber unsere Recherche zeigt es muss mehr tun. YouTube kann und sollte sofort Fehlinformationen zum Klimawandel in seinen Content-Richtlinien ausschließen und Unternehmen erlauben, ihre Werbung von Videos mit Klimadesinformation auszuschließen.” 

Im Jahr 2015 hat YouTube eine Kampagne gestartet, um "die Art und Weise zu ändern, wie Menschen über den Klimawandel diskutieren, damit das Thema und seine Folgen für Menschen auf der ganzen Welt relevanter und greifbarer werden". Darüber hinaus hat Google, die Muttergesellschaft von YouTube, im Whitepaper von Google zur Bekämpfung von Desinformation im Februar 2019 deutlich gemacht: "Wir wollen verhindern, dass unsere Systeme Inhalte bereitstellen, die die Nutzer/innen auf schädliche Weise falsch informieren könnten. Insbesondere in Bereichen, die auf Wahrhaftigkeit angewiesen sind, wie Wissenschaft, Medizin, Nachrichten oder historische Ereignisse. Zu diesem Zweck haben wir die Messlatte höher geschraubt für Videos, die über die YouTube-Homepage beworben werden oder die den Nutzer/innen über die "Nächstes Video"-Empfehlungen angezeigt werden.

Mit diesem Bericht hat Avaaz untersucht, wie wirksam YouTube seine Nutzer/innen vor Desinformation zum Thema Klimawandel schützt und inwiefern es die im Februar eingegangenen Verpflichtungen, insbesondere im Zusammenhang mit seiner Empfehlungs-Algorithmen, umsetzt.  

Über Avaaz und die Arbeit zu Desinformation: 
Avaaz ist eine globale demokratische Bürger*innenbewegung mit mehr als 50 Millionen Mitgliedern auf der ganzen Welt und wird mit Spendengeldern von einzelnen Mitgliedern finanziert. 

Dieser Bericht ist Teil einer laufenden Avaaz-Kampagne zum Schutz der Demokratien vor den Gefahren der Desinformation auf den sozialen Medien. Als Teil dieser Kampagne haben Avaaz-Untersuchungen 
Avaaz' Forderung nach der “Veröffentlichung von Richtigstellungen” durch Facebook -- als primäre Lösung für Desinformationen -- wurde von Menschen wie dem EU-Sicherheitskommissar Julian King unterstützt.

Kontakt:
Daniel Boese, daniel.boese@avaaz.org, +491778405700 (Zeitzone: MEZ)
Julie Deruy, julie@avaaz.org, +33676477259 (Zeitzone: MEZ)
Andrew Legon, andrew.legon@avaaz.org, +34600820285 (Zeitzone: GMT)