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Bundesrätin Simonetta Sommaruga: Wir wollen eine Welt ohne Pornografie und ohne Prostitution!

Bundesrätin Simonetta Sommaruga: Wir wollen eine Welt ohne Pornografie und ohne Prostitution!
  
  

 


Weshalb dies wichtig ist


Wir möchten, dass die Gleichstellung von Frau und Mann auf internationaler, nationaler und regionaler Ebene umgesetzt wird. Insbesondere möchten wir, dass die Umsetzung der Frauenkonvention, wie sie 1979 formuliert wurde und seit 1981 in Kraft ist Wirklichkeit wird. Hierzu gehört auch die Abschaffung der Prostitution.

• Wir möchten, dass Menschenhändler und Zuhälter in ihre Verantwortung genommen werden, denn sie zerstören das Leben der Frauen vorsätzlich, gnadenlos und unwiderruflich.
• Wir möchten, dass Freier geächtet und je nach Schwere der Ausbeutung zur Verantwortung erzogen werden.
• Wir fordern polizeilichen Schutz, sowie finanzielle, sozialarbeiterische und medizinische Unterstützung für ehemalige prostituierte Frauen.
• Wir wünschen uns Aufklärungsarbeit in allen Schulstufen über sexuellen Missbrauch an Kindern, über den Frauenhandel und über den Geschlechterkampf, dem die Pornografie dient.
• Wir wünschen uns intensive Öffentlichkeitsarbeit an den Hochschulen und Universitäten, die jungen Frauen bewusst macht, was sie sich antun, wenn sie ihre Seele und ihren Körper verkaufen, um Geld fürs Studium zu verdienen.
• Wir möchten Unterstützung für eine grossangelegte Kampagne zur Aufklärung und zum Schutz der Frauen in den Entwicklungsländern, die alle Frauen erreicht, die zur Zielgruppe von Menschenhändlern, Schleppern und Zuhältern gehören.
• Wir möchten die Abschaffung der Prostitution sowie ein gesetzliches Verbot jeder Art von Pornografie in der Schweiz und weltweit erreichen.
• Wir wünschen und wir setzen uns ein für eine weltweite Kampagne zur Bewusstwerdung einer gesunden Be-ziehungsfähigkeit und einer freudvollen Sexualität für Frau und Mann gleichermassen.

Warum ist dies wichtig?
In der Schweiz - einem der wohlhabendsten Länder der Welt - hat ein Verbot der Prostitution kaum eine Chance, so steht es im Tagesanzeiger vom 18.11.2013 . Wir fragen uns, warum in einem Land, in dem Bildung zum Allgemeingut gehört, Frauen immer noch als Ware betrachtet werden, die man(n) ausstellen, angaffen, kaufen, benutzen und beschmutzen kann, wie es der eigene Geldbeutel gerade zulässt? Deutschland hat sich mit seiner liberalen Prostitutions-Politik zur Drehscheibe des Frauenhandels gemacht. Heute ist Deutschland mit seinen Grossbordellen mit Kleinsttarifen und Flatrates ein Sexparadies für Ausländer geworden. Wir befürchten, dass sich die Schweiz, insbesondere die Stadt Zürich mit ihren Verrichtungsboxen auf den Weg zu ähnlichen Verhältnissen begibt, falls die Rechtsgrundlage weiter liberalisiert bleibt. Wir wollen, dass sich die Menschen - Männer und Frauen - bewusst werden, dass sie durch ihr Dulden dieser Verhältnisse die Ausdehnung der Pornografie und Prostitution fördern.
In der tiefen Auseinandersetzung mit der christlichen Kirche, die mit ihren Werten die Schweiz prägt, ist uns bewusst geworden, dass sie die Frauen seit 2000 Jahren in Huren und Verführerinnen, (Maria Magdalena, Eva) und Heilige (Maria) spaltet. Die Huren werden verteufelt, die Heiligen angebetet und die realen Frauen versuchen irgendwo dazwischen ihr Selbst zu finden. Patriarchale Männer nutzen diese Spaltung, um sich und ihre Triebe ungezügelt und ohne schlechtes Gewissen auszuleben. Dort die Huren – hier die (Ehe-)Frauen. Wie soll die Beziehung zwischen Mann und Frau sexuell blühen, wenn der patriarchal geprägte Mann so gespalten konditioniert ist, dass er es nicht einmal mehr wahrnimmt, wie abartig und beziehungsfeindlich diese auf Extremen basierende Spaltung ist? Weit verbreitet entstand auf dieser Grundlage der Spaltung der irrige Glaube, dass Frauen viel weniger Interesse an sexuellem Zusammensein haben als Männer. Dass Frauen weniger Interesse an sexuellem Zusammensein haben als Männer ist gemäss unseren Erfahrungen nicht wahr. Eine Frau, die sich geliebt und gewürdigt fühlt, möchte sich dem Mann auch sexuell öffnen und hingeben, so erfahren wir das. Eine Frau, die jedoch ahnt oder bewusst verdrängt, dass ihr Mann, während er sexuell aktiv mit ihr ist, pornografischen Bildern im Kopf nachhängt oder heimlich zu Prostituierten schleicht, wird sich zu Recht zunehmend angeekelt von diesem Mann zurückziehen und sich verweigern.
Die Pornografie macht Männer zu schlechten Liebhabern, weil sie sie zur Ignoranz und zu einem falschen Umgang mit der realen Frau und ihren sexuellen Bedürfnissen anleitet und diese Männer damit beziehungsunfähig macht. Häufiges Masturbieren zu por-nografischen Bildern erzeugt neurobiologisch ein Suchtverhalten, wie es Glücksspiele ebenfalls tun. Pornografie und Prostitution bedienen patriarchal geprägte Männer in ihrem Wahnsinn, der sie glauben lässt, man(n) könne durch Geld die eigene Sucht be-friedigen, ohne weder mit sich, geschweige denn mit der Frau in einer näheren Beziehung zu sein. Anstatt sich mit der realen Frau auseinanderzusetzen, erschafft die Pornografie eine Welt, in der sich Männer wie in einem Fastfood-Take away einen kurzen Kick holen können. Frauen werden dabei als Nutzgegenstand behandelt und jeder Würde entraubt. In ihrem Buch „Vagina “, zitiert Naomi Wolf den amerikanischen Biologen Robert Sapolsky, der die Biologie von Begehren und Befriedigung aufzeigt, und damit erklärt, weshalb Pornografie konsumierende Männer unsensibel werden und immer stärkere sexuelle Stimuli brauchen, um überhaupt noch etwas empfinden zu können. Unserer Erfahrung nach dient die Insensibilität dem Patriarchat, da das Patriarchat abgehärtete Männer braucht, die auf den wirtschaftlichen Schlachtfeldern kriegstauglich sind. Das sind dann diejenigen Männer, die für die Sensibilität und die Würde ihrer Frauen verschlossen bleiben, so dass ihre Beziehungen in den Familien nicht blühen, wodurch diese Männer wiederum für weitere Ersatzbefriedigungen und Suchtmittel verführbar werden. Dafür müssen die Männer wiederum Karriere machen, damit sie möglichst viel Geld verdienen, um die Prostitution und Pornografie finanzieren zu können. Letztlich sind Prostitution und Pornografie Sucht- und Gewaltspiralen, die die Menschen jeglicher Ethik berauben und die einzig dem wirtschaftlichen Profit dienen.

In der Schweiz ist Menschenhandel gesetzlich verboten. Menschen sollen demnach nicht als Ware behandelt, sondern in ihrer Menschenwürde geschützt werden. Prostitution hingegen ist in der Schweiz gesetzlich erlaubt, sofern sie nicht mit Kindern unter 16 Jahren stattfindet. Prostitution, so die öffentliche Meinung, geschieht auf Seiten der betroffenen Frauen freiwillig. Verdrängt wird die Tatsache, dass viele Prostituierte aus dem Ausland durch Menschenhändler unter falschen Versprechungen oder aus Notlagen eingeschleppt werden. Menschenhandel und Prostitution sind deshalb nicht zwei verschiedene Dinge sondern gehören zusammen. Heute wird in diesem Zusammenhang von weisser Sklaverei gesprochen. Die Sklaverei beruht auf der irrigen Annahme, man könne einen anderen Menschen käuflich erwerben und besitzen. Die Prostitution geht vom selben Prinzip aus. Frauenverkäufer, wie Zuhälter es sind, verdienen viel Geld, indem sie einen fremden Körper als Ware anbieten, an dem sich die Frauenkäufer, wie Freier es sind, sexuell abreagieren können. Die Sklaverei wurde offiziell abgeschafft. Die Prostitution kann deshalb ebenso abgeschafft werden.
Studien belegen, dass ungefähr 80 Prozent der Prostituierten in ihrer Kindheit sexuell ausgebeutet wurden und/oder Gewalt erlebt haben . Aus den Informationen auf der Webseite „Missbrauch-Opfer“ geht hervor, dass physische und psychische Misshandlungen in der Kindheit im erwachsenen Alter oft zu schweren psychischen Störungen wie dissoziativen Zuständen, Drogen- und Alkoholmissbrauch, posttraumatischen Belastungsstörungen und Ähnlichem führen . Wenn Frauen sich auf dieser Grundlage für Prostitution entscheiden, kann man mit grosser Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass dies nichts mit Freiwilligkeit zu tun hat. Wenn die betroffenen Frauen gesetzlichen Schutz, umfassende Hilfe zum Ausstieg erhalten und darüber auch aufgeklärt sind, dann - und erst dann - kann man von Freiwilligkeit sprechen, wenn sich eine Frau dennoch für diese Arbeit entscheiden würde.
Den Stimmen, die behaupten, dass die Prostitution zum Schutz der Frauen sei, weil es ohne diese noch mehr Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe an Kindern geben würde, halten wir entgegen, dass sie all jenen Männern unrecht tun, die genau wissen, dass ein Mann beziehungsfähig und Herr seiner Triebe sein kann. Es ist eine weitere versteckte Drohung durch das frauenverachtende Patriarchat, nur ja nicht an der Prostitution und der Pornografie zu rütteln. Die menschenverachtenden Strukturen sollen weiter hingenommen, geduldet und ertragen werden. Weshalb eigentlich? Vielleicht, weil für die Wirtschaft, die nach wie vor von patriarchalen Männern geprägt wird, ausschliesslich der Profit zählt. Dass heute bereits vierjährige Kinder im Kindergarten Körpergesten machen, die sie in pornografischen Videos und im Fernsehen aufgeschnappt haben, interessiert diese patriarchal geprägten Männer nicht. Dass Kinder und Jugendliche heute von sich Nacktfotos mit dem Handy verschicken (Sexting) und im Internet sowie beim Fernsehen leicht Zugang zu pornografischem Material finden, obwohl dies gesetzlich verboten ist , interessiert diese patriarchal geprägten Männer auch nicht. Von Interesse ist einzig und alleine, dass man(n) auch damit Geld machen kann. Die Kinder werden so bereits in jungen Jahren zu einer falschen Sicht ihrer eigenen Sexualität und einem falschen Frauenbild manipuliert, so dass sie diese Sicht der Sexualität und dieses falsche Frauenbild als normal erachten, was sie wiederum zu profitablen potentiellen Benutzern der Pornoindustrie im erwachsenen Alter führen wird. Und das Schlimmste daran ist, dass immer mehr Mädchen und Jungen davon ausgehen, sie müssten die Sexualität untereinander so leben wie in der Pornografie gezeigt und sie sich dadurch Gewalt und gegenseitiges grosses Leid antun.
Befürworter sowohl der Pornografie als auch der Prostitution benutzen die persönliche Freiheit jedes Einzelnen (patriarchalen Mannes) als Argument gegen ein Verbot. Dass Frauen, Kinder und nichtpatriarchale Männer gerne genauso frei wären und dazu Schutz vor der Zumutung benötigen, an allen möglichen und unmöglichen Orten mit pornografischem Material bombardiert zu werden, kommt den Befürwortern der Pornografie und Prostitution nicht in den Sinn.
Bei der Frage, ob Prostitution und Pornografie gesetzlich verboten werden sollen, geht es deshalb nicht um eine moralische Diskussion über die Frage nach Freiheit, sondern einzig und alleine um die Frage, wie Frauen und Männer miteinander in Frieden, Würde und gegenseitiger Achtung zum Wohle der Kinder leben können.

Prostitution und Pornografie werden gesellschaftlich toleriert, weil sie dem Patriarchat dienen. Jeder, der die Pornografie und die Prostitution toleriert und wegschaut, unterstützt damit das Bestreben von macht- und geldgierigen Patriarchen, die glauben, man könne sich mit Geld alles kaufen, und Frauen seien dazu da, benutzt, ausgebeutet und unterdrückt zu werden. Es sind die patriarchalen Männer, denen die Macht über die Frau alles bedeutet, auch wenn sie ihre eigene Würde damit tiefer beschmutzen, als ihnen bewusst ist. Die UNO Menschrechtsorganisation hat vor 32 Jahren eine Frauenkonvention zur Abschaffung der Diskriminierung von Frauen ratifiziert. Inzwischen haben diese Frauenkonvention 187 Mitgliedstaaten unterzeichnet. Wir wollen endlich weltweite Taten von allen Regierungen dieser Welt sehen. JEDE Frau soll in Würde leben können und sich auf allen Abbildungen in ihrer Würde bestätigt sehen.
Vgl. Tagesanzeiger vom 18.11.13 „Mit Prostitutionsverbot auf dem Holzweg“
Vgl. Alice Schwarzer „Prostitution – Ein deutscher Skandal, Vorwort
Vgl. Alice Schwarzer „Prostitution – ein deutscher Skandal, S.10
Vgl. Naomi Wolf, „Vagina“ S.262 - 270
Vgl. Naomi Wolf „Vagina“, S. 262 4
Vgl. Naomi Wolf, „Vagina“ S.264/265
Vgl. www.ksmm.admin.ch/content/ksmm/de/home/themen/menschenhandel.html
Vgl. www.ksmm.admin.ch/ksmm/de/home/themen/siehe_auch___/prostitution.html
Vgl. Alice Schwarzer Prostitution - ein deutscher Skandal, S.13
Vgl. www.wikipedia.org/wiki/prostitution, Absatz 7, Prostitution und psychische Störung [28] Zumbeck Sybille, Die Prävalenz traumatischer Erfahrungen, Posttraumatischer Belastungs-störung und Dissoziation bei Prostituierten. Eine explorative Studie. Verlag Dr. Kovač, Ham-burg 2001
Vgl. http://www.missbrauch-opfer.info/main.asp?IDS=35 5
Vgl.www.wikipedia.org/wiki/Sexting
Vgl. www.147.ch/Was-sagt-das-Gesetz.864.0.html‎

Gepostet Dezember 3, 2013
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