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Weshalb dies wichtig ist

Für eine Rassismus‐ und Diskriminierungsfreie Fasnachtszeit, an der ALLE Menschen mit Freude teilnehmen können

Der Fuldaer Fasnachtsverein „Südend Fulda Karnevalverein 1938 e. V.“ beschreibt sich selbst als nicht rassistisch und weltoffen (http://osthessen‐news.de/n11552464/fastnachtsvereine‐zeigen‐klare‐kante‐gegen‐rassismus.html). Das ist schön und begrüßenswert. Die Aktionen des Vereins werden dadurch jedoch nicht weniger rassistisch und verherrlichen schlichtweg die deutsche Kolonialzeit.


In ihren Auftritten verkleiden sich die Mitglieder des
Vereins als Kolonialherren und ‐ Frauen, angelehnt an die deutsche Kolonialgeschichte in „Deutsch‐Ostafrika“ (dem heutigen Tansania). Einige Mitglieder kostümieren sich mittels Blackfacing, Baströcken, Tierfellen und Knochen im Haar als „Afrikaner*innen“. Afrikanische Menschen werden dabei extrem stereotypisiert, abgewertet und lächerlich gemacht. Sich das Gesicht schwarz anzumalen ist in keiner Weise harmlos und lustig, sondern eine abwertende Darstellung schwarzer Personen und bis heute ein Symbol für das Trauma des Rassismus und der Versklavung. (http://www.migazin.de/2015/02/18/warum‐blackfacing‐auch‐2015‐immer‐noch‐rassistisch‐ist/)


Besonders problematisch sind einzelne Personen, die mit
riesigen, grotesken und stereotypen „Negerköpfen“ aus Pappmaché am Rosenmontagszug teilnehmen. Die kulturelle Identität von Menschen ist kein Karnevalskostüm. Das trifft selbstverständlich auch auf eine von ihnen „interpretierte“ Version der kulturellen Identität von Menschen zu.


Die Kolonialzeit war eine Zeit der Gewaltherrschaft,
Unterdrückung, Folter, Vergewaltigung, Willkür und hat Millionen Opfer gefordert.



Bereits 2015 haben wir das Gespräch und den Austausch mit dem Vorstand von Fulda Südend e.V. gesucht. Im selben Jahr war der Auftritt des Vereins in der Fuldaer Fasnacht jedoch unverändert und bestand aus eingangs erwähnten Kolonialuniformen und der rassistischen Darstellungsweise von schwarzen Menschen. In diesem Jahr hat sich nun auch der Fuldaer Oberbürgermeister Dr. Wingenfeld diese Woche mit folgender Aussage hinter Fulda Südend e.V. gestellt: „Unsere Fasching in Fulda ist Kultur pur, das lassen wir uns nicht verderben und auch das Südend steht für eine lange Tradition. Wem die Helme nicht gefallen, dem sag ich zur Warnung, ihr habt von der Foaset keine Ahnung“.


Wir sind der Ansicht, dass der Verweis auf Tradition und „Wir haben das schon immer so gemacht!“ keine tragfähigen Argumente sind, die die Verkleidungen auf Kosten marginalisierte Menschen rechtfertigen.
Wir begrüßen es, dass der Verein angekündigt hat, beim Rosenmontagsumzug auf die „N****‐figur“ zu verzichten. Dennoch ist die „Kultur pur“ der Kolonialgeschichte keine, die ein Oberbürgermeister verteidigen sollte.
Der Umstand, dass sie glauben, ihr Treiben wäre lustig, ändert am objektiv beleidigenden Gehalt ihres Handelns nichts.

Daher fordern wir die Mitglieder, Sympathisant*innen und
Sponsor*innen von „Fulda Südend e.V.“ auf, sich dringend mit der deutschen Kolonialgeschichte zu befassen.

Das war Zwangsarbeit, Verstümmelung, Versklavung, Krieg.

Und keine lustige Tradition.

Und wir fordern den Südend Fulda Karnevalverein 1938 e.V. auf, sein Vereinskonzept von Grund auf zu überarbeiten!

Für eine Rassismus‐ und Diskriminierungsfreie Fasnachtszeit, an der ALLE Menschen mit Freude teilnehmen können,

Fulda Postkolonial e.V.








Gepostet Februar 20, 2017
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