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Legalisierung der alternativen Wohnformen:

Legalisierung der alternativen Wohnformen:

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Diese Petition wurde von Tom R. erstellt und repräsentiert nicht unbedingt die Ansichten der Avaaz-Gemeinschaft.
Tom R.
hat diese Petition erstellt, an folgende Zielperson/Zielgruppe:
Legalisierung der alternativen Wohnformen
1) Einführung

Deutschland ist lebenswert. Wer die Welt bereist und sich in anderen Ländern auch neben den Touristenrouten bewegt, wird diese Aussage sehr schnell bestätigen. Leider gibt es überall dort wo es Licht gibt, auch immer eine Schattenseite.
Das Deutschland so lebenswert ist, sei es aus wirtschaftlichen, kulturellen oder Gründen der vermeintlichen Sicherheit, hat ein enormes Wachstum der Bevölkerung zur Folge. Sowohl im Bereich der Zuwanderung, wie aber auch in der Familienplanung der hier lebenden Menschen. Damit geht wiederum die immer weiter voranschreitende Verknappung von Wohnraum einher. Befeuert von Spekulanten und Vermietern die die Situation schamlos für den eigenen Profit ausnutzen, spaltet diese Situation die Menschen in Deutschland immer weiter in Arm und Reich. Neben vielen anderen Aspekten, ist dies aber ein wichtiger Punkt der gerade alleinstehende, Alleinerziehende und Geringverdiener bereits sehr früh in ihrem Leben in die Schuldenfalle oder in das Netzt des Sozialsystems treibt. Somit ist auch das Thema der Altersarmut oftmals schon am Beginn des Lebens ein permanentes Damoklesschwert der Betroffenen. Und diese werden täglich mehr.

Durch den vielfachen Verkauf von im Staat und den Ländern besessenem Wohnraum an private Investoren, ist es dem Staat und den Ländern heute nicht mehr möglich, einen genügenden Ausgleich zum völlig unkontrollierbaren Wohnmarkt zu schaffen. Weder Mietpreisbremsen, noch die Verpflichtung an private Investoren gewisse Anteile an Sozialwohnungen zu bauen, können, oder werden die Situation umkehren. Auf Grund vieler in der Vergangenheit gemachten Fehler der Politik, steht der heutige Staatsapparat diesbezüglich vor einem großen Scherbenhaufen.

Eine Ähnliche Situation bezüglich fehlender Wohnungen gab es in Deutschland das letzte Mal nach dem zweiten Weltkrieg, als das Land in Schutt und Asche lag. Dieser Vergleich mag sich makaber anhören und wir sind heute selbstverständlich in einer besseren Situation bezüglich der Wirtschaft und vorhandener Infrastrukturen, aber das Wohnraumproblem und seine Auswirkungen nimmt ähnliche Ausmaße an.

Damals wurde durch entsprechende Erlässe, auch alternativer Wohnraum wie z.B. Gartenlauben, eine kleine Hütte auf dem Feld, ein Anbau am Bauernhof etc. ermöglicht. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland wurden diese Wohnformen irgendwann nicht mehr benötigt und gerieten nach und nach in Vergessenheit. Insbesondere die Nachkriegsgeneration profitierte in der Zeit des Wiederaufbaus von bezahlbarem Wohneigentum. Es gab Platz, es lief wirtschaftlich gut und ein eigenes Haus gehörte schon fast zur Grundausstattung einer Familie.

Heute sind wir aber in der Situation, dass die wenigen zur Verfügung stehenden Baugrundstücke auch nur einigen wenigen zur Verfügung stehen. Durch die Preissteigerungen in und um die Metropolen, kann sich ein „normal verdienender Mensch“ heute kein Eigentum mehr leisten. Nun könnte man sagen, „dann zieh in einen Teil des Landes in dem die Preise niedriger sind“. Hier beißt sich die Katze dann leider in den Schwanz. Dort wo es Arbeit gibt, gibt es keine Wohnungen oder bezahlbaren Baugrund. Dort wo es bezahlbaren Baugrund und Wohnungen gibt, gibt es keine Arbeit.
Was also tun. Der soziale Wohnungsbau ist mit Sicherheit ein wichtiges Puzzleteil im Kampf gegen die Wohnungsnot und die Altersarmut. Aber dieses eine Puzzleteil, wird das Problem nicht alleine lösen können. Zumal viele der Wohnungen wiederum von privaten Investoren gebaut werden und die Sozialwohnungen nur für bestimmte Zeiträume zur Verfügung stehen müssen. Es muss also auch weitere Puzzleteile geben um das Bild am Ende zu vervollständigen.

Eines, ist die Anpassung der Wohn- und Bauvorschriften in Deutschland. Ähnlich der Nachkriegszeit, muss es wieder legal ermöglicht werden auch alternative Wohnformen legal zu nutzen. Uns ist bewusst, dass dies ein schwieriges Thema bzgl. des Umweltschutzes und der Bodenversiegelung ist. Daher sollte eine oben genannte Genehmigung unter bestimmten Voraussetzungen wie Wasseranschluss, Zugang zu Strom und eine gesicherte Entsorgung des Abwassers, so wie keine weitere Bodenversiegelung voraussetzen. Umgekehrt sollte aber somit die legale Nutzung von brachliegenden Flächen z.B. im Außengebiet genehmigt werden, auch wenn diese nicht als Baugrund ausgewiesenen sind. Viele Wohnformen wie Bauwagen, Tiny Houses, Containerhäuser etc. könnten auf solchen Flächen Wohnen im Wohneigentum ermöglichen, ohne die Flächen versiegeln zu müssen. Denn für alle diese Wohnräume ist eine Flächenversiegelung nicht nötig. Maximal müssten kleine, punktuelle Fundamente aus z.B. Grasbausteinen verlegt werden um ein Absinken der Stellfläche zu verhindern. Der Boden wäre aber weiterhin offen, könnte atmen und Wasser aufnehmen.

2) Forderung zur Änderung der Bauvorschriften

Wir fordern daher eine Anpassung der bestehenden Wohn- und Bauvorschriften zu Gunsten des Lebens in alternativen Wohnformen wie Bauwagen, Tiny Houses, Containerhäusern, Gartenlauben und ähnlichen Bauwerken auf folgenden Flächen.

Flächen die nicht als Baugrund ausgewiesen sind, aber weder landwirtschaftlich genutzt werden, noch einen besonderen Schutz der Natur erfordern.

Dies wären z.B.

- Kleingärten
- Freizeitgrundstücke
- Erschlossene Außengebiete wie z.B. Landwirtschaftsbetriebe
- Brachliegende Sondernutzungsflächen
- Brachliegende Landwirtschaftsflächen

Außerdem fordern wir ein vereinfachtes Genehmigungsverfahren für die Nutzung von mobilem Wohnraum auf nicht genutztem Bauland zur Zwischennutzung.

Voraussetzungen für eine Genehmigung sollten sein:

- Ganzjähriger Zugang zu Frischwasser, Anschluss an die Wasserversorgung
- Ganzjähriger Zugang zu Strom (auch über Eigenversorgung)
- Ganzjährig sichere Klärung von Abwasser über die Kanalisation oder einer modernen Kleinkläranlage
- Keine Versieglung des Bodens durch den Bau von Fundamenten, Kellergewölben oder ähnliche angelegten Bauwerken
- Die Mobilität, oder die Möglichkeit zu einem Rückbau ohne schwerem Gerät der Wohneinheiten muss gewährleistet bleiben

3) Anpassung der Möglichkeiten zur Anmeldung

Ein wichtiger Bestandteil zur Legalisierung oben beschriebener alternativer Wohnformen und der hierfür geforderten Möglichkeiten, ist, durch ggf. nicht vorhandene Adressen der Grundstücke, eine parallele Schaffung zur legalen Meldemöglichkeit.
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