Volltreffer bei Glyphosat!!




(6. Juni 2016)

Europa hat sich gerade bei einer außergewöhnlichen Abstimmung geweigert, Monsanto eine Neuzulassung für sein Hauptprodukt und den Grundpfeiler seines Imperiums zu erteilen: das potenziell krebserregende Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat.

Monsanto hielt die Zulassungserneuerung für reine Formsache. Doch jetzt, nachdem über 2 Millionen von uns die größte weltweite Petition gegen Glyphosat unterschrieben und massiven öffentlichen Druck ausgeübt haben, steht die Zukunft des "Monsanto-Modells" mehr denn je in Frage.

Zusammen haben wir es geschafft, die Glyphosat-Neuzulassung, die ganze 15 Jahre gelten und einfach durchgewunken werden sollte, in eine hitzige politische Debatte zu verwandeln, die zu einer Abstimmung über eine Notfall-Verlängerung von nur 18 Monaten führte. Heute hat Europa selbst diese abgelehnt.

Der EU-Abgeordnete Pavel Poc hat gerade gesagt: "Avaaz ist ohne Zweifel die treibende Kraft des Einsatzes für die Einstellung von Glyphosat." Folgendes haben wir zusammen gemeistert, um das scheinbar Unmögliche möglich zu machen:

Eine Chance herstellen

  • Avaaz-Mitarbeiter haben sich letztes Jahr mit Amtsträgern der Kommission getroffen und ein entscheidendes Versprechen erarbeitet: Die UN-Studie, die ergeben hat, das Glyphosat wahrscheinlich Krebs verursacht, sollte in die Entscheidungsfindung der EU einbezogen werden.
  • Hunderttausende europäische Avaazer haben ihren Regierungen Nachrichten gesendet oder sie angerufen. Wir waren jedes Mal zur Stelle, wenn in Brüssel über Glyphosat debattiert wurde und haben sichergestellt, dass die Unterstützung bröckelt. Und die Abstimmung wurde zweimal ausgesetzt! !
  • In den vergangenen 12 Monaten haben wir es immer wieder in die europäischen Medien geschafft und so die enorme öffentliche Ablehnung von Glyphosat zum Thema gemacht. Werfen Sie einen Blick auf unsere Medienerfolge beim Bayerischen Rundfunk, The Guardian und Reuters!

Auf nationaler Ebene Champions gewinnen - einen nach dem anderen

  • Avaazer haben die zuständigen deutschen Ministerien monatelang mit Anrufen und Nachrichten überflutet. Die Mitarbeiter des Kanzleramtes haben berichtet, dass es so viele waren, dass die Kanzlerin auf dem Laufenden gehalten wurde.
  • Avaazer machten dem politischen Vorreiter Frankreich mit massiver öffentlicher Unterstützung Mut. Avaaz-Mitarbeiter überreichten unsere Petition und positiven Stimmen and die Mitarbeiter der Umweltministerin und gaben ihnen Hoffnung, dass eine andere Zukunft möglich ist.
  • Nach viel Druck durch Avaazer und 44 andere wichtige italienische NGOs kippte die Haltung Italiens: Anstatt der Zulassung zuzustimmen, entschieden Sie sich für das Vorsorgeprinzip. Der Kabinettschef des Landwirtschaftsministeriums hat Avaaz-Mitarbeiter sogar nachts angerufen, um uns mitzuteilen, dass sie bisher noch nie unter einem solchen Druck gestanden haben und unserem Aufruf Gehör schenken.
  • Eine riesige Anzahl von Avaazern in Österreich, Griechenland, Malta und Portugal haben sich an die entscheidenden Politiker dort gewandt und diese aufgefordert, Standhaftigkeit zu zeigen. Und in der vergangenen Woche haben Nachrichten aus der ganzen Welt den Entscheidungsträgern gezeigt: Dieses Thema bewegt weltweit die Gemüter.

Die Abstimmung gewinnen

  • Avaaz-Mitarbeiter sprachen vor Abgeordneten des Europäischen Parlaments und überreichten unsere Petition, bevor diese dafür stimmten, nichtgewerblichen/privaten Gebrauch von Glyphosat zu verbieten und den Zulassungszeitraum von 15 auf 7 Jahre zu verkürzen.
  • Dann sind Avaazer vor der Mai-Abstimmung in Brüssel für eine öffentliche Aktion zusammengekommen. Über unsere Aktion wurde in den wichtigsten Medien berichtet. Danach wurde der Antrag auf 18 Monate verkürzt.
  • Avaaz-Mitarbeiter haben mit Ministern und Spitzenberatern gesprochen, damit unsere Nachrichten bei den entscheidenden europäischen Ländern ankommen. Sechs der sieben entscheidenden Länder, bei denen wir uns eingesetzt haben, haben sich bei der finalen Abstimmung enthalten!


Avaaz-Aktion in Brüssel am Tag der Abstimmung des Ständigen Ausschusses


Als es schließlich zur endgültigen Abstimmung kam zahlte sich all unsere Arbeit aus - die Vertreter für die Hälfte der EU-Bevölkerung weigerten sich, Glyphosat grünes Licht zu erteilen -- selbst unter dem bereits auf 18 Monate zusammengeschrumpften Vorschlag, den wir geholfen hatten, herbeizuführen!

Und all dies wurde von mehr als 86.000 Avaazern auf der ganzen Welt durch großzügige Spenden finanziert, um diese Kampagne zu etwas ganz Großem zu machen.

Bei diesem Kampf waren viele großartige Partner und Verbündete mit dabei, die alle unschätzbare Rollen einnahmen. Wir sehen nur einen Teil davon - doch hier ist eine Liste mit den wichtigsten, denen wir dankbar sind:
  • Die Sozialdemokraten und die Grünen im EU-Parlament, besonders Bart Staes und Pavel Poc, waren ausschlaggebend bei dieser Kampagne.
  • Die französische Umweltministerin Ségolène Royal, die eine zentrale Führungsrolle einnahm.
  • Das Pesticide Action Network, eine großartige Koalition nationaler Aktionsnetzwerke, die schon lange Kampagnenarbeit zu Glyphosat macht und Avaaz mit viel Rat zur Seite stand.
  • Greenpeace, stets eine wunderbare Kraft bei diesen Themen, war stark beim Lobbying und der Medienarbeit zu Glyphosat.
  • Campact führte in Deutschland eine super Kampagne mit offenen Briefen, Umfragen und Aktionen - und spielte eine wichtige Rolle dabei, die deutsche Regierung bei Glyphosat zum Umdenken zu bewegen.
  • Und so viele weitere! Wie zum Beispiel HEAL, WeMove.eu, Global 2000, und eine großartige Koalition italienischer NGOs zum Thema.


Übergabe der Avaaz-Petition beim EU-Parlament


Als wir diese Kampagne vor einem Jahr gestartet haben, wurde uns gesagt, es sei unmöglich zu gewinnen. Die heutige Abstimmung ist ein Schlüsselerfolg für die Hartnäckigkeit unserer Gemeinschaft, für die Menschen in Europa, für die unabhängige Wissenschaft -- und er ist ein wichtiger Schritt für die Zukunft unserer Ernährung!

Ohne die Unterstützung der Regierungen der EU-Länder sollte die EU-Kommission nun Vorsicht walten lassen. Selbst wenn sie die Zulassung für Glyphosat für weitere 18 Monate verlängert wird, bis weitere wissenschaftliche Gutachten abgeschlossen sind, werden wir uns weiter dafür einsetzen, dass diese Gutachten unabhängig sind.

Auch wenn das Ringen um Glyphosat -- und wie wir es von unseren Parks, Spielplätzen und Feldern verbannen -- noch nicht vorbei ist: dies ist ein gewaltiger Schritt in die richtige Richtung, und unsere Gemeinschaft hat dabei eine Schlüsselrolle gespielt. Lasst uns für unsere Gesundheit und unseren Planeten weitermachen, bis wir endgültig gewinnen.

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